Ich sitze nichts ahnend vor dem TV und was läuft: Natürlich Werbung, wie immer!
Gerade noch habe ich über den Wochenimpuls nachgedacht und wie schwierig ich diese Aufgabe wieder finde, da läuft eine Werbung von „Hyundai“:
Ein Auto wird vorgestellt, die übliche Werbung eben, wie sicher es ist, wie toll und ach wie angenehm zu fahren.
Erschreckt hat mich aber der Inhalt der Werbung: Da ist ein schönes männliches Wesen und möchte für sein Getränk Eis haben. Der Eisbehälter ist aber leer, da fährt er einfach mal rasch in die Berge und holt sich einen Eiszapfen.
Überlegt man sich dies von der ökologischen Seite her, ist das völliger Blödsinn. Da wird dem Zuschauer vorgespielt, dass man mal schnell so irgendwo hin fahren kann, um etwas zu holen. Was auf dem Weg aber alles an Abgasen freigesetzt wird, das überlegt sich dabei keiner.
Diese Werbung ist im Sinne der nachhaltigen Entwicklung also ziemlich daneben.
Da kommt mir auch noch in den Sinn, dass es doch tatsächlich Autobesitzer gibt, die wegen kleinen Vergünstigungen bei Benzin oder anderen Waren extra einige Kilometer weiter fahren, dass sie aber 1. dabei genau das ausgeben, was sie dann beim Einkauf sparen und 2. dazu noch die Umwelt verschmutzen, käme Ihnen nicht in den Sinn.
Auch wenn ich vielleicht jetzt etwas von der Fragestellung abweiche, hat mich doch interessiert, ob nur ich nicht viel über nachhaltige Entwicklung entdecke in den Medien oder ob das Problem allgemein besteht. I
ch muss zugeben, ich bin nicht gerade die, die den Wissenschaftsteil in Zeitungen sucht und liest, weil mir leider oftmals auch die Zeit dazu fehlt.
Ich habe aber im Internet eine spannende Seite zu meiner Frage gefunden:
http://www.nachhaltigkeit.at/reportagen.php3?id=21
Dr. Alfred Payrleitner spricht über die Thematik Nachhaltige Entwicklung in den Medien.
Hier ein paar Auszüge:
„Nun ist aber festzustellen, dass das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung noch kaum im gesellschaftspolitischen Diskurs verankert ist. Ganz im Gegenteil: die öffentliche Diskussion ist geprägt von fehlender Wahrnehmung nachhaltigkeitsrelevanter Aspekte in der Gesellschaft. Und das wiederum steht in unmittelbaren Zusammenhang mit einer nicht gut funktionierenden Kommunikation bzw. medialen Darstellung.“
„Die Komplexität des Themenbereiches nachhaltige Entwicklung erfordert eine inter- und transdisziplinäre Darstellung und Herangehensweise. Und genau deshalb können Zusammenhänge oder auch einzelne Themenbereiche schwer vermittelbar sein. Wenn die Auswirkungen von Handlungen von Einzelpersonen oder gesellschaftlichen Gruppen auch noch in zeitliche Dimensionen vorstößt, die vor allem künftige Generationen betrifft, oder weit entfernte geographische Räume, dann nimmt die Wahrnehmung darüber stark ab.“
„Dabei nehmen Medien eine sehr wichtige Rolle ein. Was im Alltag an Wissen über nachhaltige Entwicklung existiert, wird in erster Linie von den Medien vermittelt und wohl nur selten vom Konsumenten selbst produziert.Niklas Luhman, der Soziologe und Begründer der Systemtheorie geht dabei von folgender Hypothese aus: „Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (LUHMANN 1996).“
„Nachhaltigkeit ist ein politisches Leitbild geworden. Das ist beispielsweise an der Vielzahl an Nachhaltigkeitsstrategien – von der lokalen bis hin zur globalen Ebene – zur erkennen. Etwas polemischer formuliert: alle wollen nachhaltige Entwicklung, alle sprechen davon. Nur keiner weiß so recht, wie das geht. Und genau hier setzt die Rolle der Medien ein. Denn Medien, als Meinungsbildner und Meinungsmultiplikatoren, leisten einen wesentlichen Beitrag über das was innerhalb der/einer Gesellschaft/en auf welche Weise diskutiert wird. Der aktive Versuch den Themenkomplex nachhaltige Entwicklung in seiner medialen Präsenz zu pushen wird hier im Folgenden unter dem Begriff Lobbying geführt.“
Wer sich für für den Vortrag von Dr. Alfred Payrleitner interessiert, kann diesen im Internet unter angegebenem Link nachlesen.
Dr. Payrleitner zeigt übersichtlich die verschiedenen Aspekte der Medien im Thema Nachhaltige Entwicklung auf. Ein äusserst interessanter Beitrag.
Zu unserem Sonnenschutz-Thema fällt mir dazu ein, dass auch hier die Medien eine äusserst wichtige Rolle spielen; z.B. die Werbungen der Krebsliga versuchen immer wieder die Menschen aufzurütteln und etwas zu tun. Dies ist doch das gleiche wie bei den AIDS-Kampagnen. Läuft die Werbung über Sonnenschutz häufig, dann denkt man wieder daran, man merkt sich, dass man sich eincremen sollte. Sobald aber nichts mehr im Fernseher läuft, ist alles vergessen, man setzt sich an die Sonne und verbrennt sich ohne schlechtes Gewissen. Sind wir Menschen denn wirklich so beeinflussbar?
(Nicole Losurdo)
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1 Kommentar:
Ich bin eigentlich auch dagegen wenn man "schnell" mit dem Auto etwas holen geht. Habe ich aber ein Auto zur Verfügung und Lust und Zeit, mache ich es auch! Ich könnte ja auch immer mit dem Zug nach Rorschach düsen, ist mir aber zu Zeit aufwendig wenn ein Auto da ist, dass ich benutzen kann... Ich muss mich da wohl selber an der Nase nehmen...
Ich finde es auch interessant und habe ja auch ähnliche Informationen im Internet gefunden, Nachhaltigkeit ist sehr präsent und aktuell in der Politik, aber es wird über Nachhaltigkeit gesprchen anstatt darüber, was WIR machen sollten/müssten! Finde ich absolut schade.
Ich hoffe ich gehöre im Alter nicht zu diesen Leuten, die sich darüber ärgern, dass ich mich in meinen jungen Jahren nicht mehr eingecremt habe...
Selina Weber LGA04
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