Montag, 11. Juni 2007

Trotz Wasserknappheit tägliches Warmduschen?

Betroffenheit
Noch vor 50 Jahren konnten sich die Leute keine tägliche Dusche vorstellen – heute sind wir es gewohnt jeden Morgen eine warme Dusche zu geniessen. Obwohl wir wissen, dass dieses Verhalten sehr viel Strom und Wasser verbraucht, können wir diesem wunderbar erfrischenden Morgenritual nicht widerstehen. Wir verspüren eine innere Schizophrenie.






Analyse der Bedürfnisse
- sauber werden
- gut riechen
- Hygiene
- Körperpflege
- den Schlaf wegspülen
- Massage
- Lebensgefühl
- nächtliche Spuren wegwaschen
- für den Tag vorbereiten
- sich abkühlen (nach nächtlicher Hitze)
- sich aufwärmen
- in eine andere Welt eintauchen


Analyse der Handlungsbedingungen
- Die persönlichen finanziellen Mittel, erlauben ein grenzenloses Duschen (Finanzen)
- Die lokalen Wasservorräte erlauben dieses Verhalten (Ressourcen)
- In jeder Wohnung hat es mindestens eine Dusche / Badewanne (Infrastruktur)
- Häufiges Duschen gehört zur täglichen Körperpflege / -hygiene (Gesundheit)
- Tägliches Duschen fördert das Wohlbefinden (Persönlichkeit)
- Die Gesellschaft verlangt von uns täglich zu duschen, da es eine Normvorstellung ist. Wer diese nicht erfüllt wird schnell zum Randständigen.
- Durch die Werbung werden wir dazu angeregt, möglichst viele Duschmittel auszuprobieren (Konsum)


Fachliche Aufarbeitung
- Würden die Wasservorräte der Schweiz auf das Land gleichmässig verteilt, ergäbe dies einen Pegelstand von 6.35 m.
http://www.trinkwasser.ch/dt/frameset.htm?html/nachhaltigkeit/tw_wasserbilanz_01.htm~mainFrame
- Wasservorräte gehen weltweit zur Neige
http://www.nachrichten.ch/detail/256835.htm
- Trinkwasseraufbereitung - Die Bereitstellung von einwandfreiem Trinkwasser stellt eine zentrale globale Herausforderung dar.
http://www.prominent.ch/DesktopDefault.aspx/tabid-1841/227_read-3539/
- Fragen rund ums Thema Wasser
http://www.ewb.ch/ww/de/pub/produkte/wasser/h_ufige_fragen.cfm
- Wasserverbrauch im Haushalt
http://www.quarks.de/dyn/15866.phtml
- Für die tägliche Körperhygiene – Trinkwasser
http://www.trinkwasser.ch/dt/frameset.htm?html/trinkwasser/tw_hygiene_02.htm~mainFrame
- Trotz steigender Einwohnerzahl ist der Wasserverbrauch in der Schweiz rückläufig.
http://www.bafu.admin.ch/wassernutzung/02792/index.html?lang=de

Mögliches Umsetzungskonzept für den Unterricht
Zielstufe: Mittelstufe
Grobkonzept für eine Unterrichtsreihe:
- Jedes Kind führt über 2 Wochen ein Wassertagebuch (vor dem Thema)
- Erfahrungen werden ausgetauscht (wie oft duschen, Zähne putzen usw. / Wasserverbrauch pro Kopf wird berechnet und mit statistischen Zahlen vergleichen))
- Wasserkreislauf einführen (Verbindung Wasser – Strom aufzeigen à Warmwasser; Wasserscheide Schweiz erwähnen)

- Exkursion in die Kläranlage
- Problematik der Wasserknappheit weltweit aufzeigen
- Vergleich Schweiz mit anderen Ländern
- Lösungssuche: Wie können wir Wasser sparen (Interviews auf der Strasse, Internet- und Literaturrecherchen, …)
- Ausstellung für Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern mit allen gewonnen Informationen: Plakate, Interviews, Tipps, Schülervorträge

Überprüfung des Umsetzungskonzeptes anhand der Qualitätsmerkmale
Fokus Kind
- Kindgemässheit / Lebensnähe: Durch den Einstieg in das Thema, knüpft die Lehrperson beim Vorwissen und der Erlebniswelt des Kindes an.
- Gegenwartsbezug und Zukunftsbedeutung: Wasser ist ein immer präsentes Thema und in der nachhaltigen Entwicklung ein zentraler Aspekt.

Fokus Sache
- Sachgemässheit: Wasserkreislauf und Fakten zum Pro-Kopf-Verbrauch der Schweizer
- Multiperspektivität: Gewinnung, Nutzung, Verbrauch des Wassers und Lösungsansätze für nachhaltiges Verhalten
- Vernetzung: Zusammenhänge zwischen Strom und Wasser und unserem Warmwasserkonsum
- Wert- und Sinnorientierung: Den Kindern soll bewusst werden wie wertvoll Wasser ist und der bewusste Umgang damit wird zum Thema.

Fokus Lernen
- Exemplarizität: Eindrucksvolle Beispiele mit dem Vergleich CH – andere Länder
- Problemorientierung: Das Problem der Wasserknappheit und des Pro-Kopf-Verbrauchs steht im Zentrum und es werden Lösungsvorschläge für den Umgang mit Wasser gesammelt
- Handlungsorientierung: Durch das Wassertagebuch und die Interviews setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema auseinander
- Originale Begegnung: Durch den Besuch in der Kläranlage erfahren die Kinder die Aufarbeitung des Trinkwassers
- Prozess- und Ergebnisorientierung: Das Ergebnis ist ein bewusster Umgang mit Wasser, das auch auf das Umfeld der Kinder abfärbt (Familie, Peers, …)

Samstag, 2. Juni 2007

Liebe Gruppe Sonnenschutz

Ich nehme zuerst Bezug zu Ihrem Auftrag vom 21. Mai. Meiner Meinung nach haben Sie gut verstanden, worum es bei BNE im Wesentlichen geht. Klar, übersichtlich und mittels Beispiele sind Ihre Überlegungen dargestellt. Bei Ihrer Idee der Weiterentwicklung könnte/sollte man die Eltern noch einbeziehen, weil diese ja noch die Einkäufer sind.


Der Herz-Artikel hat Sie anscheinend etwas herausgefordert - verschiedenartig. Jetzt kommt auch noch DER und fordert. Zwar hat er mit vielen Dingen recht, doch ist das alles noch zu bewältigen als einzelne Lehrperson?- Das höre ich heraus. Ich lese jedoch auch von konstruktiven Ansätzen und konkreten Vorschlägen z.B. zum Blogthema Sonnenschutz. Ja, genau. Auch mit jüngeren Kindern lässt sich hier ansetzen, beim Alltäglichen, Bekannten, beim Lebensumfeld. Die Sonne - ihr Licht - ihre Auswirkungen - unsere Haut - der Hautschutz beim Sonnenbaden usw. sind Themenaspekte, die das Interesse der Kinder treffen. Suchen Sie also nicht zu weit und im Team geht es auch.

PS. Versuchen Sie - trotz intensiver Studienzeit - bewusste, energieschöpfende Auszeiten in die Natur zu nehmen, wie beispielsweise über Pfingsten. Und: eincremen nicht vergessen.

Eine gute Zeit und herzliche Grüsse
Ru



Dienstag, 29. Mai 2007

Natur pur

Abgesehen davon, dass es seit Montag grauenhaftes Wetter ist und diese Umstände nicht dazu einladen, einige Stunden im Freien zu verbringen, war ich nicht gerade „natürlich“ am Pfingstwochenende: Samstag ging ich Töff fahren und Sonntag in einer verchlorten Badi schwimmen.

Mal abgesehen von diesem Wochenende darf ich von mir eigentlich behaupten, dass ich eher ein „Naturmensch“ bin und sie auch geniesse. So gehe ich mindestens einmal wöchentlich reiten (gibt’s eine schönere „natürliche“ Fortbewegungsart?), mehrmals streife ich mit meinem Hund stundenlang durch Feld und Wald und gehe so oft wie möglich klettern. Dabei möchte ich- wie Nicole - von einem Moment erzählen, in welchem mir die Kraft und Schönheit der Natur einmal mehr aufgefallen sind: Vor ca. 2 Wochen veranlasste ich mein Pferd in einen Fluss zu stehen um die Beine abzukühlen. Es trank ein wenig und stand dann ganz ruhig mit gespitzten Ohren da. Auf einmal blickte ich in die gleiche Richtung wie das Pferd und sah dort 4 Rehe, die friedlich auf der Waldlichtung direkt vor meiner Nase weideten. Dieser Moment war extrem eindrücklich: Unter mir das Pferd, welches mitten in einem Bach stand, vor mir eine Waldlichtung mit Rehen und hinten Bäume, durch deren Blätter die Sonne glitzerte.
Solche Momente möchte ich mir für immer einprägen. Sie machen alles wett und entschädigen mich für anstrengende Tage. Ich fühle mich dann auf wundersame und angenehme Weise klein und Teil dieses Systems (was ich als Privileg empfinde). Ich merke, welche Kraft und Energie ich aus der Natur schöpfen kann und darf und bin dankbar. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich den grössten Teil meiner Freizeit draussen verbringe und mich als naturverbundenen Menschen bezeichne.

Auf unser Gruppenthema schliessend, möchte ich hier noch die Wirkung der Sonne erläutern. Ähnlich wie Nicole fühle ich mich glücklich, wenn ich die Strahlen und Wärme der Sonne auf mir spüre. Besonders intensiv merke ich dies beim Snowboarden. Ich fahre extrem viel besser, wenn es schön Wetter ist (auch wenn man dann beim hinauflaufen mehr schwitzt…). Letzthin las ich, dass Sonne süchtig machen kann. So weit bin ich jedoch noch nicht, da ich überhaupt nicht gerne herumliege und „sünnele“. Trotzdem stehe ich leichter und beschwingter auf, wenn mir morgens die Sonne durchs Dachfenster entgegenlacht.
Carmen Merz, LG 04 A

Die Natur - mein Energielieferant


Über Pfingsten hatte ich leider keine Zeit mich in die Natur zu setzen und sie bewusst wahrzunehmen. Aber ich spüre, dass ich es dringend wieder einmal nötig hätte.
Natur bedeutet für mich: Energie tanken, Kraft schöpfen für schwierige Momente oder Abschnitte in meinem Leben.
In den Frühlingsferien leitete ich einen Ausbildungskurs von J&S und unser Kurshaus lag auf der Sonnenseite des Toggenburgs in Unterwasser, mit direktem Blick auf die verschneiten Churfirsten. Es war gerade die erste Woche der heissen Tage im April.
Ich hatte noch selten so Wetterglück in einem Kurs im Frühling und es war genial. Tagtäglich, früh am Morgen von der Sonne geweckt zu werden. Ich merke stark, wie mich die Sonne in meinem Wohlbefinden beeinflusst. Graue Regentage, so wie heute, finde ich schrecklich und dementsprechend gestaltet sich auch meine Laune nach dem Wetter. Ohne Sonnenstrahlen fühle ich mich deutlich weniger wach und fit.
Es gab einen Moment in diesem Kurs, es war gegen Abend, die Sonne ging langsam unter, da hockte ich mich etwas abseits vom Kurstrubel auf eine Wiese und betrachtete die Berge, bemerkte, wie viel Schnee doch schon geschmolzen war in kurzer Zeit. Wie ich schon mal beschrieben habe, lösen solche Momente eine unglaubliche Sehnsucht in mir aus. Meistens kommen mir auch traurige Begebenheiten meines Lebens in den Sinn und die Frage „Warum geschehen manchmal diese schwierigen Dinge?“ kommt meistens in mir hoch. Doch nicht Verzweiflung und Traurigkeit bleiben übrig, sondern die Weite, die Ferne (noch viel stärker, wenn ich auf den Ozean blicke) schenkt mir viel Ruhe und Kraft.
In diesem besagten Moment schenkten mir die paar Minuten Alleinsein mit Blick auf die Churfirsten viel Zuversicht und Energie, dass die Zukunft noch viel Schönes für mich parat haben wird. Diese positiven Gedanken fehlen mir ohne die Natur.
Nicole L., LG04A

Montag, 28. Mai 2007

AFFENBERG



Gestern bin ich mit Freunden nach Salem gefahren, wir wollten unsere Kindheitserinnerungen vom Affenberg auffrischen. Dort angekommen freuten wir uns ziemlich fest auf die Affen und nachdem wir den Eingang passiert haben, spazierten wir an einem See entlang, bis wir endlich beim Affengehege waren. Nach einer wahnsinnig interessanten Verhaltensinstruktion und einer handvoll Popcorn schlenderten wir den vorgegebenen Weg entlang und hielten nach den Affen Ausschau. Die Affen liessen sich füttern und die Menschen freuten sich darüber. So nach der Hälfte des Weges kamen wir an einen Ort, wo es besonders viele junge Affen hatte. Wir setzten und auf die Holzlatten, auf denen sonst die Affen sassen und schauten dem bunten Treiben zu. Die Barberaffen kletterten und trollten miteinander herum und die Unterhaltung war perfekt. Vor allem weil es immer wieder ob uns in den Bäumen krachte und ein Affe entweder schwungvoll herunterkam oder geräuschevoll hinauf kletterte. Also es war ein perfekter Moment zum einfach da sitzen und beobachten. Nicht nur die Affen, sondern auch all die Menschen schienen so glücklich zu sein und den Moment zu geniessen.

Zu unserem Bloggthema kann ich nur sagen, dass solche Flow-Erlebnisse besser im Schatten gelebt werden sollten, man will sich ja schliesslich nicht verbrennen…

Selina Weber LGA04

Donnerstag, 24. Mai 2007

Agenda 21 - Artikel

Ich fand es recht schwierig den Artikel von Otto Herz zu lesen, besser wäre es wohl so einen Vortrag auch direkt mitzuerleben.
Vor allem Mühe bereitet hat mir die Art wie seine Auffassung von der Agenda-Schule daherkommt:
„Wenn ich betone, dass jedes schulische Fach im traditionellen Fachunterricht des Einzellehrers oder der Einzellehrerin seinen thematischen Anker in Agenda-Themen finden kann, im traditionellen Fachunterricht des Einzellehrers und der Einzellehrerin, dann deshalb, weil es nur noch mit Ignoranz zu beschreiben ist, wenn nicht jede Lehrerin und jeder Lehrer tendenziell zum Agenda - Lehrer wird.“
Im Moment wird von uns Lehrpersonen viel gefordert: Wir sollen individualisierenden und differenzierten Unterricht gestalten, neue Lehr- und Lernformen einsetzen, in jedem Fach Expertin oder Experte sein und nun zusätzlich auch noch „Agenda – Lehrer“, wobei ich mich hier eigentlich gar nicht angesprochen fühle, da der Ausdruck nicht gendergerecht daherkommt.
Mir ist es vor allem wichtig im Fachbereich Mensch und Umwelt, Themen zu unterrichten, die multiperspektivisch und vernetzbar sind. Ich denke schon, dass ich somit die Agenda 21 berücksichtige.
Ich finde es grundsätzlich auch sinnvoll solche Themen im Team zu diskutieren und ich finde es sinnvoll solche Themenkisten zu erstellen. Aber als einzelne Lehrperson wird es da schwierig. Sehr gut finde ich die Idee der „Assembly“ oder des Projektunterrichtes, damit man sich wirklich in ein Thema vertiefen kann, im übrigen Unterricht wird es sonst sowieso nur angeschnitten.
Im Bereich Sonnenschutz sehe ich da grosse Möglichkeiten, man könnte z.B. eine Konferenz durchführen mit versch. Firmen, die Pro’s und Contra’s vertreten (Autoindustrie, Sonnencremehersteller, die „Grünen“ usw. )

(N.L. LG04A)

OTTO, HERZlichen Dank für die Anregungen!

Ich erachte die Ideen und Projekte, die im Artikel beschrieben sind, als sehr wertvoll und finde es toll, dass engagierte Lehrpersonen ihre Lernenden dazu bewegen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Die Idee der Partnerschaft gefällt mir gut, erlebte ich doch selbst in meiner Schulzeit etwas ähnliches (wir hatten eine Partnerschule in Ecuador). Meiner Meinung nach behandelten wir es aber nicht differenziert genug; die Angelegenheit geriet in Vergessenheit.

Was mir aber beim Durchlesen des Artikels auffällt, ist die Schwierigkeit solche Projekte in einer ersten Klasse umzusetzen. Ich habe keinerlei Anregungen gefunden, wie ich nach den Sommerferien dieses komplexe und heikle Thema in der Klasse ansprechen könnte. Ich denke, ich werde daher eigene Ideen aushecken, denn mir ist es wichtig, dass auch die Kleinen ihre Umwelt differenziert betrachten und wertschätzen! Sei dies, indem ich ihnen und den Eltern erkläre, dass ein „Mami-Taxi“ bis vor die Schultore nicht unbedingt notwendig ist, oder dass ein Nachmittag im Freien sehr viel ergiebiger als vor der Spielkonsole ist.

Daher eignet sich unser Blogthema gut für die Behandlung auch mit Erstklässlern. Kinder in jedem Alter spüren die Auswirkungen der Sonne: man schwitzt, wird rot, bekommt Kopfschmerzen. Mit einfachen Mitteln kann man die Kinder selbst entdecken und erfahren lassen, wie sie sich schützen können.