Ich fand es recht schwierig den Artikel von Otto Herz zu lesen, besser wäre es wohl so einen Vortrag auch direkt mitzuerleben.
Vor allem Mühe bereitet hat mir die Art wie seine Auffassung von der Agenda-Schule daherkommt:
„Wenn ich betone, dass jedes schulische Fach im traditionellen Fachunterricht des Einzellehrers oder der Einzellehrerin seinen thematischen Anker in Agenda-Themen finden kann, im traditionellen Fachunterricht des Einzellehrers und der Einzellehrerin, dann deshalb, weil es nur noch mit Ignoranz zu beschreiben ist, wenn nicht jede Lehrerin und jeder Lehrer tendenziell zum Agenda - Lehrer wird.“
Im Moment wird von uns Lehrpersonen viel gefordert: Wir sollen individualisierenden und differenzierten Unterricht gestalten, neue Lehr- und Lernformen einsetzen, in jedem Fach Expertin oder Experte sein und nun zusätzlich auch noch „Agenda – Lehrer“, wobei ich mich hier eigentlich gar nicht angesprochen fühle, da der Ausdruck nicht gendergerecht daherkommt.
Mir ist es vor allem wichtig im Fachbereich Mensch und Umwelt, Themen zu unterrichten, die multiperspektivisch und vernetzbar sind. Ich denke schon, dass ich somit die Agenda 21 berücksichtige.
Ich finde es grundsätzlich auch sinnvoll solche Themen im Team zu diskutieren und ich finde es sinnvoll solche Themenkisten zu erstellen. Aber als einzelne Lehrperson wird es da schwierig. Sehr gut finde ich die Idee der „Assembly“ oder des Projektunterrichtes, damit man sich wirklich in ein Thema vertiefen kann, im übrigen Unterricht wird es sonst sowieso nur angeschnitten.
Im Bereich Sonnenschutz sehe ich da grosse Möglichkeiten, man könnte z.B. eine Konferenz durchführen mit versch. Firmen, die Pro’s und Contra’s vertreten (Autoindustrie, Sonnencremehersteller, die „Grünen“ usw. )
(N.L. LG04A)
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7 Kommentare:
Ich denke auch, dass die lieben Pädagogen, die uns bald Pädagogen beraten, etwas viel fordern. Der Tag sollte nach denen wohl eher 48 anstatt 24 Stunden haben.
Deshalb unterstütze ich dich voll und ganz, so ein Thema im Team zu erarbeiten, vielleicht sogar als Schulhausprojekt oder wieso nicht mit einer anderen Schule zusammen? Ich würde so etwas sehr schön, sinnvoll und auch lernanregend finden.
Selina Weber LGA04
Ich finde auch, dass der Herr Herz zwar gute Ideen hat, aber etwas übertreibt. Ist natürlich klar, dass wir Lehrpersonen als Instrument gebraucht werden, gesellschaftliche Probleme zu beheben. Das wird wohl auch immer so bleiben.
Das geht uns zwar etwas an, aber sollte uns nicht zu Agenda-Lehrkräften drängen.
Ich glaube wir haben schon viel erreicht, wenn wir hin und wieder ein Thema der nachhaltigen Entwicklung aufgreifen und den Kindern beibringen um was es geht, dass es wichtig ist und wie man sich daran beteiligen kann.
G. Lanter LG G
Die Idee mit den Sonnencremen gefällt mir sehr gut!
Du hast recht, es wird von uns sehr viel gefordert und gerade frisch ab Ausbildung können wir sehr schnell überfordert werden! Aber ich finde, dass all die Ansprüche an differenzierten, vielperspektivischen Unterricht, der Alltags- und Zukunftsansprüchen entspricht, dass dieser BNE-Unterricht genau dies alles erfüllen kann. Ich finde, dass solcher Unterricht gut möglich ist, wenn wir von einem "normalen" M&U-Thema ausgehen und dieses dann aber noch global betrachten. Aber du hast recht, dass Herr Herz schon etwas übertreibt. Aber manchmal lassen sich nur durch Provokation die Leute ansprechen und sich anregen, über das Gesagte nachzudenken!
Ich finde es gut, ein so wichtiges Thema im Team zu erarbeiten. Die Idee, dass es ein Schwerpunktthema im Jahr gibt, mit dem sich alle Klassen beschäftigen, fände ich super. So ist es gut möglich, im Team zusammenzuarbeiten. Denn du hast Recht: Es wird immer mehr gefordert von uns Lehrpersonen! Wie sollen wir das alles unter einen Hut bringen? Deshalb finde ich die Arbeit im Team sehr wichtig und auch sehr wertvoll!
Durch das Lesen deines Beitrags ist mir aufgefallen, dass ich den Artikel zu wenig kritisch angeschaut habe. Zwar ist mir aufgefallen, dass diese Projekte für 1.Klassen nicht besonders geeignet sind. Doch ich habe nicht weiter überlegt, dass dies zusätzlichen Stress für die Lehrperson bedeutet. Ich denke, wir alle sind nach den Sommerferien mehr als nur ausgelastet mit Schule geben, Administratives klären, vorbereiten und ins Team einleben. Daher finde ich es mehr als verständlich, wenn wir Junglehrpersonen dagegen sind. Toll ist es natürlich, wenn wir es in den Lektionen thematisieren. Aber ich denke, durch unsere Überlastung haben wir eine Erklärung, weshalb wir dies alles nicht sofort umsetzen können.
Erfahrene seit-30-Jahren-unterrichtende Lehrpersonen hingegen würde ich zu - wie Georg so schön formuliert hat - Agenda-Lehrkräften drängen. Das bedeutet eine Herausforderung mit einem sehr wichtigen und zentralen Effekt.
Carmen Merz, LG 04 A
Ich finde, Otto Herz bringt in seiner Rede sehr viel gute Umstezungsideen der Thematik zur Sprache. Klar, dass wir sie als Lehrpersonen nicht alleine und von heute auf morgen realisieren können. Aber es regt zumindest zum Denken an!!
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