Freitag, 11. Mai 2007

Ein Dankeschön an alle "Freiwilligen"


In meinem Leben ist die Jugendarbeit sehr zentral. Seit ich 8 Jahre alt bin, bin ich im Blauring dabei, zuerst als Mitglied, dann als Leiterin, Scharleiterin, Lagerleiterin und nun als Coach und Ausbilderin des Kantons.
Vielen Politikern, gerade in unserer Stadt Wil, ist es meist gar nicht bewusst, was eigentlich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geleistet wird, dass jährlich ein Sommerlager für über 100 Knaben der Jungwacht und gut 70 Mädchen des Blauring Wil stattfinden kann.
Ich möchte das nun beispielhaft aufzeigen.
Zielzustand: Sommerlager des Blauring Wil in den ersten beiden Ferienwochen in einem Haus.
Meistens ist ein Lager dieser Art sehr teuer. Der finanzielle Aufwand geht schon über die 10’000er Grenze, da die Häuser nicht gerade billig sind für so viele Personen. Die katholische Kirche unterstützt Blauring und Jungwacht vielerorts, aber leider nicht mehr überall. Da die Jugendorganisation allen Kindern eine Lagerteilnahme ermöglichen möchte, ist der Beitrag der Eltern sehr tief.
Somit bleibt da nur noch die Anmeldung des Lagers unter J&S, welche jedes Kind im J&S-Alter (10-20) mit einem Beitrag pro Tag unterstützt.
Um aber den Bestimmungen gerecht zu werden, müssen die Leiterinnen Einiges erfüllen.
· Es braucht den Schar- und Lagerleiterkus (J&S 2), wenn man ein Lager anmelden möchte. Eine Leiterin macht eine Woche lang diesen Kurs: Solche Kurse werden freiwillig von in der Region tätigen Ausbildern geleitet. Diese Ausbilder treffen sich gut ein halbes Jahr vor Kursbeginn und bereiten das Programm vor.
· Für weitere 12 Kinder braucht es mindestens eine Gruppenleiterin (GLK, J&S 1). Das heisst für 70 Kinder besuchen noch weitere 5 Leiterinnen einen einwöchigen Kurs, welcher auch wieder von jungen Erwachsenen frewillig und ohne Entschädigung durchgeführt wird.

Gut, dann hat man mal die Kurse. Nun wird ein halbes bis ¾ Jahre vor dem eigentlichen Lager die Lagerleitung bestimmt(Häuser gesucht hat man schon 2 Jahre vorher).
Nun beginnt die eigentliche Vorbereitung. Die Lagerleitung meldet das Lager gemeinsam mit dem J&S-Coach (ebenfalls freiwilliger Helfer) das Lager bei J&S an. Alle Leiterinnen müssen angegeben werden und das J&S-Amt prüft dann, ob das Lager so durchgeführt werden kann.
Im Verlaufe der Vorbereitung arbeiten gut 20 Jugendliche mit, um
· das Programm aufzustellen
· Sponsoren zu suchen
· Küche zu suchen (auch diese kommen freiwillig)
· Material zu bestellen (wird beim Militär bestellt)
· Landkarten zu bestellen (bei der Landestopographie Schweiz)
· einen Elternabend zu gestalten
· …

Es gäbe noch einige Vernetzungen in diesem Geflecht, die ich jetzt nicht mehr genauer erläutern möchte.

Mir ist vor allem wichtig aufzuzeigen, wie viel eigentlich überall auch freiwillig gemacht wird und oftmals nicht einmal ein Dankeschön dafür zu erwarten ist.
Genau das finde ich äusserst bedenklich, wenn man beachtet, dass unser Sozialstaat ohne all diese freiwilligen Helfer nicht bestehen könnte.

Ich habe hier unser Gruppenblogthema nicht beachtet, weil mir jetzt dieser Aspekt einfach wichtiger war.

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